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  • Heidi Goeritz

Augustus

Augustus wurde am 23. September 63 v. Chr. als Gaius Octavius in Rom geboren.



Nach Caesars Ermordung beanspruchten in Rom mehrere Gruppen die Macht. Die Republikaner, zu denen auch die Mörder und der Großteil des Senats gehörten, wollten die alte Ordnung der Republik wieder herstellen. Ein Großteil des Heeres viele Provinzen standen auf der Seite der Caesarianer unter Marcus Antonius und Aemilius Lepidus.


Außerdem erhob der Großneffe Caesars, Gaius Octavian, der von Caesar adoptiert und als Erbe eingesetzt war, Ansprüche auf .die Macht im Staate. Octavian stellte eine Privatarmee auf - was eigentlich verboten war, da er kein Amt bekleidete und setzte schließlich seine Anerkennung als Erbe Caesars durch den Senat durch. Doch die politische Macht in Rom konnte sich durch .das Konsulat von 43 v. Chr. Zunächst Antonius sichern. Die Mörder Caesars mussten Rom verlassen flohen in den Osten des Reiches. Octavian erhielt nun vom Senat die rechtliche Anerkennung für seine Privatarmee. Um Rom nicht durch weitere Bürgerkriege ins völlige Chaos zu stürzen, bildeten Octavian und Antonius gemeinsam mit dem reichsten Mann Roms, dem mächtigen Lepidus, 43 v. Chr. das 2. Triumvirat, das nun im Gegensatz zum 1. Triumvirat von 60 v. Chr. sogar vom Senat offiziell anerkannt wurde. Die drei Männer erhielten den Auftrag,

den Staat neu zu ordnen. Diese Aufgabe begannen sie mit einer furchtbaren Rache an den Republikanern. Fast 300 Senatoren, darunter auch der berühmte Schriftsteller und Politiker Cicero, wurden ermordet. Dann wandte sich Antonius in den Osten und verfolgte die Caesarenmörder Cassius und Brutus. Im Norden Makedoniens bei dem Ort Philippi stellte er sie 42 v. Chr. und besiegte sie. Nach wachsenden Spannungen innerhalb des Triumvirats über die zukünftige Politik verständigten sich die drei Feldherrn 40 v. Chr. auf eine Teilung des Reiches. Lepidus erhielt Nordafrika, Antonius den Osten des Reiches und Octavian den Westen, während Italien zur neutralen Zone erklärt wurde. Doch schon vier Jahre später wurde Lepidus durch einen geschickten Schachzug ins politische Abseits gestellt, so dass nun alles auf einen Zweikampf zwischen Octavian und Antonius hinauslief. Den Anlass zum Krieg lieferte schließlich Antonius.


36 v. Chr. trennte er sich von seiner Frau Octavia, der Schwester des Octavian, und heiratete die ägyptische Königin Kleopatra, die bereits mit Caesar einen Sohn hatte. In der Folgezeit benahm Antonius sich wie ein alter hellenistischer König und verschenkte römisches Land an Kleopatra. Vor allem brachte ihm in Rom die erbitterte das Feindschaft Octavians, der 32 v. Chr. eine Flotte. zur Bekämpfung des Antonius losschickte. Nach der Niederlage und dem Selbstmord von Kleopatra und Antonius wurde Ägypten 30 v. Chr. dann römische Provinz. Damit waren die Bürgerkriege beendet und alle Aufträge, die Octavian vom Senat bekommen hatte, erfüllt. Er legte 27 v. Chr. seine besonderen Vollmachten nieder. Die alte Republik war so zwar offiziell wieder hergestellt, doch waren die Probleme, die zu ihrem Niedergang geführt hatten, nicht gelöst. Um einen Ausgleich zwischen der alten Ordnung und den Problemen herzustellen, die die Regierung eines Weltreiches mit sich brachten schuf Octavian nun eine völlig neue Staatsform: das Prinzipat, wie das politische System des Kaiserreiches auch genannt wird. 27 v. Chr. bekam Octavian den Ehrennamen ,,Augustus" (der Erhabene, Heilige) und führte fortan den Titel ,,Princeps" („Erster unter Gleichen", urspr. die Soldaten in der ersten Angriffsreihe des Heeres). Die Verfassung des Prinzipats war eine Mischung aus Altbewährtem und Neuem. Innerhalb Roms blieb die alte republikanische Verfassung offiziell bestehen, doch übergab der'Senat Augustus als dauerhaftem Konsul die höchsten Machtbefugnisse. 23 v. Chr tauschte Augustus das Konsulnamt gegen die Befugnisse eines Volkstribuns, was ihm noch

mehr Macht brachte. Damit war er der mächtigste Mann in ganz Rom. Außerhalb Roms, im Reich, erhielt Augustus die absolute Herrschaft (,,Imperium"). Dazu gehörte der Oberbefehl über das Heer, die Gewalt über die Provinzen und die Führung der gesamten Außenpolitik .


Augustus macht stützte sich auf drei Säulen:


Das alte römische Prinzip der Klientel erlangte wieder die höchste Bedeutung, indem Augustus nun zum Patron des gesamten Reich, also zu seinener Klientel wurde. Er machte der Bevölkerung Geschenke, stellte die Getreideversorgung sicher, veranstaltete Spiele(„ Brot und Spiele“)und sicherte sich damit die Gefolgschaft der römischen Bevölkerung.


2. Augustus besetzte die wichtigsten Positionen im Heer mit Freunden und Verwandten und stellte so die Treue des Heeres sicher. Auch hier spielt die Klientel eine Rolle, denn der Heerführer Augustus war persönlich für die Altersversorgung der Veteranen verantwortlich. Durch seine Großzügigkeit sicherte er sich die Gefolgschaft seiner Untergebenen.


3. Das von Augustus neu geschaffene Verwaltungssystem arbeitete für die Belange der Stadt und des Reiches getrennt. Die Verwaltung der Provinzen wurden von höheren Angehörigen des Heeres, („Ritter“) übernommen, die Augustus als Oberbefehlshaber zu unbedingten Gehorsam verpflichtet waren. Die Zentralverwaltung in Rom hingegen besetzte Augustus hauptsächlich mit ehemaligen Sklaven. Da diese Personen aus bürgerrechtlichen Gründen kein Staatsamt bekleiden durften, konnten sie Augustus nicht gefährlich werden.


Eine besondere Sorgfalt verwendete der Princeps auf die Frage seiner Nachfolge, denn er sah immer auch die Möglichkeit, dass seine Konstruktion des Prinzipats durch neue Bürgerkriege nach seinem Tode wieder zerstört werden konnte. Damit wäre Rom erneut ins Chaos gestüzt worden. Nachdem alle ausgewählten Nachfolger im Laufe der Zeit starben, adoptierte Augustus im Jahre 4 n. Chr. Tiberius, der nach Augustus Tod im Jahre 14 schließlich dessen Nachfolger wurde. So entstand das Prinzip, dass immer ein vorher ausgewählter Verwandter des Prinzeps dessen Nachfolger wurde. Die dabei entstehenden Herrscherfamilien nennt man Dynastien, in diesem Fall spricht man von der julisch-claudischen Dynastie.

Fortsetzung folgt!

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